[24r]
Ew. Excellenz

bitte mir nachzusehen, daß ich Ihre freundliche Aufforderung, Ihnen von meinen
bisherigen Beschäftigungen Nachricht zu geben, nicht früher erfüllt habe. Der durch
zufällige Hindernisse verzögerte Abdruck der beyfolgenden Abhandlung, welche das
wichtigere von dem enthält, was ich Ihnen hier mitzutheilen hätte, hat meine Antwort
verspätet. - Aus der (Abhand.)Abhandlung werden Sie ersehen, daß es mir geglückt ist, die erste
Bedingung zu entdecken, durch welche die Gläser das Vermögen erhalten die früher beschriebenen
Farbenfiguren zu erzeugen. Ich habe hier zugleich einige Scheiben beygelegt, welchen ich
diese Eigenschaft ertheilt habe. Wenn Sie diese erst einzeln, dann zu zwey, drey und
vier zwischen die beyden, unter dem bekannten Winkel gegen einander geneigten,
Spiegel bringen, so werden sich Ihnen die merkwürdigen, stufenweisen Ausbildungen
der Figur, welche ich beschrieben habe, zeigen. Je größer die Anzahl der Scheiben ist,
desto complicirter wird die Figur, der helle Raum dehnt sich immer mehr gegen
die Mitte zu aus, und es entstehen in ihm zugleich neue Schatten und Farbenbogen.
Um diesen Farbenfiguren doch einen Namen zu geben, habe ich sie entoptische
genannt, weil sie im Innern der Gläser erscheinen, wie die epoptischen auf der
Oberfläche. Durch fortgesetzte Untersuchungen, besonders über die Bergkrystalle,
wird sich, hoffe ich, noch bestimmter ausweisen, wie die einen mit den andern
zusammenhangen. Mancherley Versuche sind entworfen; ich wünsche daß ich auch
die Mittel finde, sie auszuführen. Diesen Winter werde ich mich in keinem Fall
mit diesen Untersuchungen weiter beschäftigen können; ich habe noch alte Schulden
abzutragen, und unter diesen auch die über die Doppelbilder und deren
verschiedene Farbensäume, p. Seit dem was ich Ihnen hierüber früher mitgetheilt
habe, ist wenig von Belang hinzugekommen. Bald nach meinem letzten Brief war ich
genöthigt, meiner fatalen St. Galler Angelegenheiten wegen, eine Reise in die Schweitz
zu unternehmen, wodurch die Arbeit unterbrochen wurde. Nach meiner Rückkehr konnte
ich sie nicht gleich wieder aufnehmen, auch drängten sich andere Gegenstände der
Untersuchung auf, und ich verfolgte diese um so lieber, da ich jenen Aufsatz, aus
[24v]Mangel an Apparat, doch nicht zu meiner Zufriedenheit beendigen konnte, und mir auch
noch einiges versprochen war, namentlich Doppelspathe mit einfachen versteckten Durch-
gängen, deren ich bedarf um sicher auszumitteln, wie die zwey secundären prismatischen
Farbenbilder durch Brechung entstehen. Darüber ist denn diese Sache bis jetzt liegen
geblieben. Ich will nun geben, was ich habe, es bleibt aber immer etwas Unvollständiges,
denn die versprochenen Spathe habe ich nicht erhalten, und auch die Resultate der Messungen
sind nur als annähernde zu betrachten, weil ich hier keinen genauen Meßapparat bekommen
konnte. - Eine andere Arbeit liegt mir nicht minder auf. Die Berliner Akademie
hat eine Preisfrage über die chemische Action des Lichtes, und besonders der entgegen-
gesetzten Farben, aufgeworfen. Um den Preis werde ich zwar nicht concurriren,
doch bin ich gesonnen von meinen Untersuchungen hierüber eine ausführlichere Nachricht,
vor der Entscheidung der Akademie über die ihr zugesandten Abhandlungen, bekannt
zu machen.

Die kleine Schrift von Fischer, nach welcher Sie Sich erkundigen, habe ich gelesen.
Sie ist ganz ordentlich verfaßt, mir war jedoch nur eine Beobachtung darin neu,
die, daß schmelzendes Hornsilber sich nicht im Lichte schwärzt. Dies ist interessant
denn mir beweist es, daß die chemischen Veränderungen, welche die Körper im
Lichte erleiden, durch gleichzeitige Zerlegung des Wassers bewirkt werden, und
daß ohne Wasser keine erfolgt, welches auch mehrere andere Erfahrungen bestätigen.
Eine hierher gehörende schöne Erfahrung hat Link gemacht. Er fand daß salzsaures Silber
sich unter concentrirter Schwefelsäure nicht schwärzt. Dies ist richtig, und ich erkläre
dies so: die Schwefelsäure hat bekanntlich eine sehr starke Anziehung zum Wasser,
sie bindet aber auch, wenn sie concentrirt ist, geringe Quantitäten von Wasser so
innig, daß wohl kaum ein Körper es ihr zu entziehen im Stande seyn wird. Das
salzsaure (☽)Silber ist zwar selbst eine sehr hygroscopische Substanz, die Schwefelsäure
entzieht ihm aber doch noch den letzten Anteil von Feuchtigkeit, zumahl wenn das
salzsaure Silber vorher im Dunkeln getrocknet worden ist, was des sicheren Erfolg[es]
wegen geschehen muß. Ein eben so weit ausgetrocknetes (salzs.)salzsaures (☽)Silber im leeren Glase, schwärzt
sich. - Ein Franzose Mr. Berard hat vor einiger Zeit dem Institut Untersuchungen
[25r]über die chemische Action des Lichtes überreicht, diese enthalten (so viel aus dem Berichte
des HE. Biot hervorgeht) aber lauter bekannte Dinge, eine einzige unbedeutende
Beobachtung ausgenommen, und weniger als ich in Ihrer Farbenlehre schon angeführt habe.
HE. Malus hat gemeinschaftlich mit HE. Berard diese Untersuchungen unternehmen wollen.
Jener ist der Verfasser der Kritik von Ihrer Farbenlehre in den Annales de Chimie,
er hat also meinen Aufsatz gekannt, hat dessen aber gar nicht erwähnt. HE. Berard
hat nach dem Tode von Malus diese Untersuchungen allein fortgesetzt, und offenbar
mit Rücksicht auf den polaren Gegensatz der Farben, hat aber einen der wichtigsten
Versuche, den mit den Leuchtsteinen, gar nicht angestellt, oder vielleicht nur über-
gangen, weil er in seinen Kram nicht paßte. - Es sind neuerdings wieder
einige Schriften gegen Newton erschienen. Ein französischer Mahler Mr. Bourgeois
hat ein Mémoire sur les couleurs de l'Iris geschrieben, worin er die Newtonsche
Farbenlehre bestreitet, nicht minder die von Gautiér, Marat und Brougham. Diese
Schrift enthält aber nichts Neues von Belang, und wie ihr (Verf.)Verfasser sich die Farbenerzeugung
denkt, wird nicht klar; er verweiset deshalb auf eine frühere Schrift: Mémoire sur
les lois de la colorisation, welche mir nicht zu Gesicht gekommen ist. - Auch ein
Engländer. Dr. Read hat in Nicholson's u. Tilloch's Philosophical Magazine and
Journal 1814 March p. 193-197 einrücken lassen: Experiments tending to prove, that
neither Sir I. Newton, Herschel nor any other Person, ever decomposed
incident Light into the prismatic Colours.
Der Haupteinwurf gegen Newton
besteht darin, daß man zwischen Blau und Gelb nicht blos Grün, sondern bey größerer
Öffnung auch weiß erhält, also unzerlegtes Licht, p. Gelb sey ferner brechbarer als Blau,
und überhaupt bringe das Prisma nur drey Farben, Roth, Gelb u Blau hervor. - In dem
nämlichen Heft von Nicholson's Journal befindet sich noch ein Aufsatz von einem
Mr. Hargreave: Observations on Colours as applicable to the purposes of
the Artist, bei welchem man fast vermuthen möchte, daß dem (Verf.)Verfasser entweder Ihre
Farbenlehre, oder Runge's Schrift, oder mein Aufsatz in Schweiggers Journal bekannt
gewesen. - Noch soll ein englisches Werk über die Farben von einem Mr. Sowerby erschienen
seyn, ich kenne es aber nicht, Nicholson sagt, es sei bey dem ingenious Author No. 2
Mead Place Lambeth zu haben. - In einer neuen englischen Zeitschrift ist Ihre Farbenlehre
[25v]auch critisirt worden, im Quarterly Review, London 1814 No 20, January, p. 427-441;
eine ganz gehaltlose, platte, tückische Recension. - In der nämlichen Zeitschrift, No 21
April, befindet sich auch eine Anzeige meiner Abhandlung über die Farbenfiguren. Man
findet in dieser eine volle Bestätigung der Malusschen Polaritätslehre und fügt am Ende
hinzu Dr Sk's language is a little enveloped in the mysticism of the school
to which, by some singular caprice of fancy, he has thought proper to attach
himself, doch hofft man von mir, daß ich mich mit der Zeit noch bekehren werde, we[nn]
ich nur in Untersuchung der Erscheinungen der Natur fortfahre. Die Untersuchung[en,]
welche mir da empfohlen werden sind längst angestellt, und ich denke, sie werd[en]
dem Master, der dies schrieb, noch lästig werden und ihm wohl einige whims erregen.
In keinem der englischen physicalischen Journale ist noch jener Farbenfiguren gedacht wor[den,]
obwohl sich das Schweiggersche Journal {sich} schon seit April dieses Jahres in Thomsons
Händen befindet, welcher deutsch versteht, und wahrscheinlich auch in Nicholsons. Eben so
wenig ist in französischen Journalen derselben Erwähnung geschehen. HE. Vogel, ein Geh[ülfe]
von Bouillon-Lagrange, hat einen Auszug aus meiner Abhandlung schon im May oder [Juni]
vorigen Jahres ins Journal de Physique einrücken wollen, wie mir Dr. Ruhland erzä[hlte,]
welcher sich damahls in Paris befand, er soll es aber unterlassen haben, weil HE. Arag[o]
in der Soc. d'Arcueil erklärt habe, daß er gegen mich auftreten werde, wenn HE. Vog[el]
den Aufsatz drucken lasse. Neulich wurde uns wieder eine Schrift von Arago gegen m[ich]
angekündigt, die im Journal de (Phys.)Physique erscheinen sollte. Mir wird sie willkommen se[yn,]
wenn sie mich fördert, oder wenn sie etwas besseres bringt, als ich habe geben können.
Von unsern deutschen Physikern hat sich auch niemand über diesen Gegenstand vernehmen
lassen, als ein Recensent in der Jenaischen (allg. Lit. Zeit.)allgemeinen Literatur Zeitung Diesem haben meine Resul[tate]
und Behauptungen mißfallen, und er hofft befriedigernde Aufschlüsse von den Mathema[tikern]
zu erhalten. Einer von diesen, der HE. Tobias Meyer zu Göttingen hat sich schon daran
versucht, gesteht aber dem HEn. Prof. Schweigger ehrlich, daß es ihm nicht gelingen wolle[n,]
eine Theorie jener sonderbaren Farbenfiguren zu finden. Der HE. (Recens.)Recensent mag's nur
auch probiren, er wird dann schon gewahr werden, wie wenig das bischen optische
Schulweisheit zureicht, das ganze Räthsel zu lösen. - Noch sind uns einige allerlieb[ste]
Traktätchen zugekommen. ZB eine von dem ebenerwähnten HE. Meyer zu Göttingen, betit[elt:]
Commentatio de polaritate luminis, von welcher schon früher ein Auszug in den gött[ing.]göttingischen
gelehrten Anzeigen gegeben worden. Der HE. Hofrath tritt darin der Newton-Malussche[n]
[26r]Lehre bey, findet aber, daß die Gleichheit des Einfalls- und Reflexionswinkels sich nicht
gut erklären lasse, wenn man mit Malus annehme, daß die Lichtmolecüls eine octaedrische
Form hätten, und meint diesem Übelstande dadurch abzuhelfen, daß er den Lichtmolecüls
eine kugelförmige Gestalt gibt. Diese Kügelchen haben nach ihm Polarzonen und Äquatorial-
zonen, und nachdem er dies mahl als ein allgemeines Naturgesetz aufgestellt hat, wird er mit
der Erklärung der bekannten Malusschen Experimente sehr leicht fertig. "Lichttheilchen,
sagt er, welche so einfallen, daß sie mit ihrer Polarzone die Oberfläche des durchsichtigen
Körpers berühren, werden also die Eigenschaft haben, am leichtesten und in größerer
Menge in diese Körper hineinzufahren oder durchzugehen, (ob vim polarem, quae
jam juvat transitum eorum). Hingegen werden Lichttheilchen, welche so einfallen,
daß ihre Äquatorialzone gegen den durchsichtigen Körper gekehrt ist, die Eigenschaft
besitzen, in größerer Menge zurückgeworfen zu werden; und so ist es denn nicht
gleichgültig, ob ein Lichttheilchen polarisch oder äquatorisch einfällt. Hieraus folgt denn,
daß wenn das Licht auf eine unbelegte Spiegelplatte A fällt, sich beyde Gattungen
von Lichttheilchen gewissermaßen trennen müssen." p. - Ich möchte wohl wissen, was
der HE. Hofrath dagegen einzuwenden haben kann, wenn jemand seinen Äquatorialzonen
die Eigenschaft zuschreibt, leichter durch das Glas "hindurchzufahren", und den Polar-
zonen zurückgeworfen zu werden? Doch wenn man ihm auch alles zugibt, so ist man
doch noch nicht weiter. Denn wenn auch nur einige, der mit der Polarzone einfallenden
Lichtmolecüls, ungeachtet der vis, quae transitum eorum juvat, reflectirt werden, -
wie er durch sein "größtentheils" zugibt; - so ist ja damit der angenommene Unter-
schied zwischen der Wirkung der Polar- und Äquatorialzone wieder aufgehoben, und also
die ganze Erklärung vernichtet. Am Ende sagt HE. M. in den göttingischen Anzeigen noch:
"Warum der Einfallswinkel von 35 bis 36° diesem Phänomen am günstigsten ist, scheint
wohl in der Natur des Glases zu liegen." - Das ist doch wohl eine bequeme Art mit
schwierigen Aufgaben fertig zu werden! Und dies Geschwätz gefällt; ich habe hier in
meiner Nähe Einen, der nennt das mathematisch, und elegant dazu. - Mit noch etwas
eleganterem hat H. Biot die Physik beschenkt. Er gibt in 5 Abhandlungen, die er dem
Institut vorgelesen hat, eine mathematische Theorie von den Farben der Glimmerblätter,
schließt diese an Newtons Lehre von den epoptischen Farben an, und berechnet sehr
geschickt die accès der Lichtmolecüls, ja er geht noch weiter, und lehrt, (im (Journ. de Phys.)Journal de Physique 1813 (Fev.)Fevrier)
[26v]daß die farbigen particules dieser Molecules gleich der Unruh in einer Uhr, aber mit
ungleicher Geschwindigkeit schwingen, und versichert die Ausdehnung, Dauer und Geschwindigke[it]
der Oscillationen gemessen zu haben. Je mesure l'étendue de ces oscillations, leur durée, leu[re]
vitesse, et la loi de la force qui les produit. Je puis à volonté, en disposant convenablem[ent]
les plaques, les étendre ou les resserrer, les accélérer ou les ralentir, ou les rendre
nulles, ou enfin les faire passer en sens opposé; et cela paroitra peut-être
surprenant, quand on saura que chacune de ces oscillations s'accomplit dans une
épaisseur d'environ un centième de ligne. Et qu'elle doit être la petitesse du
temps que la lumière emploi à traverser un centième de ligne, lorsqu'on sait
qu'elle parcourt dans une seconde soixante et dix mille lieues? - Wie's doch
die Mathematik so herrlich weit gebracht hat! mag wohl mancher bey diesen abgeschma[ckten]
Charlatanerien ausrufen. - Es gibt aber noch Meister die anderer Meinung sind. So ist
ZB. Herschel in den (Philos. Transact.)Philosophical Transactions mit einer Abhandlung aufgetreten und zieht aus
einer großen Reihe von Versuchen den Schluß: daß die fits oder accès des Newton[schen]
Lichtes "ohne allen Halt" sind, und daß die verschiedene Dicke oder Dünne der Luftschicht
auf die epoptischen Farben gar keinen Einfluß habe, (was übrigens schon aus den
Versuchen von Mazeas und DuTour hervorgegangen war). Doch wahrscheinlich wird ma[n]
dagegen erinnern, wie man in ähnlichen Fällen schon öfters gethan hat, daß Herschel
sich hier nicht in seinem rechten Fache befinde. Vielleicht versteht er auch nicht
Mathematik genug, um jene sublime Lehre zu fassen. Die sehr lesenswerthe Abhand[lung]
Herschels steht in den (Philos. Transact.)Philosophical Transactions for 1807, und ist zur Hälfte von HE. Gilbert in
den Annalen der Physik 1814, 1tes Stück übersetzt worden, mit Beyfügung der Bemerk[ung,]
daß jene Abhandlung, obwohl sie sich nicht in so hohe Regionen erhebe, als die Biotsche,
ihm doch einer Stelle in den Annalen sehr werth zu seyn scheine. - Doch nun genug
von physicis.

Wir haben hier vorigen Sommer und Herbst manchen angenehmen Besuch gehabt. HE. Prof.
Tralles aus Berlin, den man mit Recht für einen unserer vorzüglichsten Physiker und
Mathematiker hält, brachte einige Tage bey uns zu, später HE. Minister v. Altenstein,
ein sehr wackrer einsichtsvoller Geschäftsmann, jetzt aber außer Thätigkeit. Die ihm
gewährte Muße verwendet er auf einige Lieblingsfächer, namentlich auf Botanik, in
welcher er viel Kenntnisse besitzt, und sinnvolle Untersuchungen anzustellen weiß.
[27r]Unser letzter Besuch war HE. Prof. Schelver und HE. Bergrath Werner. Es hat mich sehr
gefreut noch W's Bekanntschaft gemacht zu haben. Wie man auch über seine Lehre denke,
(ich meine die Geologie), seine Unterhaltung ist immer interessant und belehrend. Seine
Sammlung wünschte ich wohl sehen und benutzen zu können; sie mag einzig in ihrer
Art seyn. W. war über 8 Tage hier, und hat den Nürnbergern noch den letzten Rest
von griechischen und1 römischen Gold- und Silbermünzen entführt, den aus der Ebnerischen Sammlung.

Meinen Rückweg aus der Schweiz habe ich über München genommen. Man hat mir in M.
abermahls einige Anträge gemacht, die aber bis jetzt unerfüllt geblieben sind; wovon
ein anderes mahl mehr. Im Jacobischen Hause ist Ihrer mit vieler Liebe gedacht worden,
nicht minder bey Schellings. Man hoffte damahls, Sie würden im Herbst nach München
kommen. Auch wir haben gewünscht, daß dies geschehen möge, weil wir uns schmeichelten,
Sie dann auch bey uns zu sehen. Vielleicht entschließen Sie Sich künftigen Frühling
zu dieser Reise; wie sehr Sie dadurch Ihre Freunde erfreuen würden, wissen Sie.

Zu dem Wechsel des Jahres von Herzen Glück wünschend, empfehle ich mich
und die Meinigen Ihrer fernern Gewogenheit und Freundschaft.

(Ew.)Euer Excellenz
ergebener
DrTJSeebeck

Ich finde in einem englischen Journal optische Versuche von einem gewissen
Comparetti angeführt; sind Ihnen diese nicht bekannt? ich habe schon an
mehreren Orten vergebens nachgefragt, wo sie zu finden sind. Es scheinen sogenannte2
Beugungsversuche zu seyn.

griechischen und]
sogenannte]
CC-BY-NC-SA-4.0

Editionstext kann unter der Lizenz „Creative Commons Attribution Non Commercial Share Alike 4.0 International“ genutzt werden.


Holder of rights
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek

Citation Suggestion for this Object
TextGrid Repository (2022). Goethes Farbenlehre in Berlin. Repositorium. 29. Dezember 1814. Seebeck an Goethe. Z_1814-12-29_k.xml. Wirkungsgeschichte von Goethes Werk „Zur Farbenlehre“ in Berlin 1810-1832. Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek. https://hdl.handle.net/21.T11991/0000-001C-0CC2-A