10. An seine Tränen, als er von ihr verstoßen war

Fließt, fließt so, wie ihr tut, ihr zweier Brunnen Bäche,
fließt ferner, wie bisher mit zweimal stärkrer Flut,
fließt, wie ihr habt getan und wie ihr itzt noch tut,
daß ich mich recht an der, die euch erpresset, räche.
Fließt immer Nacht und Tag, ob sich ihr Sinn, der freche,
der feindgesinnte Freund, das hochgeherzte Blut,
das mich um dieses haßt, dieweil ich ihm bin gut,
durch eine Stetigkeit und große Stärke breche.
Die Tropfen waschen aus den festen Marmelstein,
das weiche Wasser zwingt das harte Helfenbein,
auch Eisen und Demant muß feuchten Sachen weichen.
Fließt ewig, wie ihr fließt! Es ist ja müglich, nicht,
daß einst der Harten nicht ihr fleischerns Herze bricht,
das lange keinem Stahl' und Steine sich mag gleichen.

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TextGrid Repository (2012). Fleming, Paul. Gedichte. Deutsche Gedichte. Sonnette. 4. Liebesgedichte. 10. An seine Tränen, als er von ihr verstoßen war. 10. An seine Tränen, als er von ihr verstoßen war. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0002-AE01-A