[300] Auf Wacht

Die Länder brennen ...
Wer hat Brand entfacht?
Gier, Haß, Verkennen?
Blut will's noch kosten.
Posten,
Halt fest, halt fest auf treuer Wacht!
Durch Höhn und Gründe
Morgengraun erwacht.
Wer Gott verstünde!
Aus Trümmerlöchern steigen
Lerchen. Unheimlich Schweigen
Von Front zu Front. Bis daß es heulend kracht.
Mit Menschenwitze
Bin ich am End. Die Hölle lacht.
Auf Bajonettes Spitze
Pflanz' ich den letzten Glauben,
Kein Teufel soll ihn rauben:
Gen Not steh ich und Niedertracht.
[301]
Nicht will ich morden.
Um Land und Leben geht die Schlacht.
Mich lockt kein Orden
Und kein gemein Begehren,
Will nicht die Welt verheeren,
Das schwör' ich hier mit ganzer Herzensmacht.
Einer für alle ...
An tausend Mütter hab ich jetzt gedacht.
Und wenn ich falle,
Soll ihren Tränen Sonne scheinen:
Alle für einen!
Deutschland, halt fest auf starker Freiheitswacht!

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Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2012). Henckell, Karl. Gedichte. Buch des Kampfes. Auf Wacht. Auf Wacht. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-4EC7-1