13.

Gesegnet ist dies Jahr mit Niederschlägen.
Kaum wurden Weg und Steg im Walde trocken
Und Heuchelsonne will hinaus mich locken,
Treibt rasch nach Haus mich ein Gewitterregen.
Nun, wie Gott will! Ich habe nichts dagegen,
Auch einen Tag im Zimmer zu verhocken,
Und fehlt ein dritter Mann nicht zum Tarocken,
So mag die Sintflut kommen meinetwegen.
Was soll der Mensch, der tagelang vergebens
Nach Sonne seufzte, andres auch beginnen,
Als mildern durch ein Spiel den Ernst des Lebens?
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Was andres löst den Druck von seinen Sinnen
Und scheint ihm noch ein würd'ges Ziel des Strebens,
Als manchmal ein Coeursolo zu gewinnen?

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Zitationsvorschlag für dieses Objekt
TextGrid Repository (2012). Heyse, Paul. Gedichte. Gedichte. Waldmonologe aus Kreuth. Sonette. 13. [Gesegnet ist dies Jahr mit Niederschlägen]. 13. [Gesegnet ist dies Jahr mit Niederschlägen]. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0003-66E9-4