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O welche Macht kann dir die Allmacht leihen,
Mein Herz zu bändigen durch Dürftigkeit,
Daß ich der Lüge muß die offnen Augen zeihen
Und schwören, hellen Tag entstelle Helligkeit?
Von woher kommt dir dieser Reiz des Bösen,
Daß, wenn ich wählen sollte, selbst dein Gift,
Dein Abschaum durch sein freies, sichres Wesen
Das Edelste der andern übertrifft?
Wer lehrte dich mehr Lieb' in mir entzünden,
Je mehr ich Hassensgründe hör' und seh'? –
O, lieb' ich gleich was andre schmählich finden,
Mit andern solltest du nicht schmähn mein Weh!
Wenn du durch Unwert mich zum Lieben triebst,
Bin ich nur würdiger, daß du mich liebst.
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TextGrid Repository (2012). Shakespeare, William. Poetische Werke. Sonette. 150. 150. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0005-0B8B-1