82


Ich geb' es zu: du meiner Muse nicht
Betrauter, durftest Widmung übersehn,
Wie sie ein Schreiber gern in Bücher flicht,
Des Inhalts Wert gefällig zu erhöhn.
So klug als reizend, bis du dir bewußt,
Wie arm ich lobe deines Sternes Scheinen,
Wie du nach frischern Stempeln suchen mußt
In diesen Tagen, die den Tag verfeinen.
Und tu es, Lieber! Aber wenn sie wild
Auf dich geschüttet ganze Blumenbeete,
Bleibt deiner wahren Schönheit Gegenbild
Doch deines wahren Freundes schlichte Rede.
Ihr grobes Schminken wär, wo Wangenrot
Verschwand, am Ort: es tut bei dir nicht not.
[819]

Der annotierte Datenbestand der Digitalen Bibliothek inklusive Metadaten sowie davon einzeln zugängliche Teile sind eine Abwandlung des Datenbestandes von www.editura.de durch TextGrid und werden unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland Lizenz (by-Nennung TextGrid, www.editura.de) veröffentlicht. Die Lizenz bezieht sich nicht auf die der Annotation zu Grunde liegenden allgemeinfreien Texte (Siehe auch Punkt 2 der Lizenzbestimmungen).

Lizenzvertrag

Eine vereinfachte Zusammenfassung des rechtsverbindlichen Lizenzvertrages in allgemeinverständlicher Sprache

Hinweise zur Lizenz und zur Digitalen Bibliothek


Holder of rights
TextGrid

Citation Suggestion for this Object
TextGrid Repository (2012). Shakespeare, William. Poetische Werke. Sonette. 82. 82. Digitale Bibliothek. TextGrid. https://hdl.handle.net/11858/00-1734-0000-0005-0BA7-0